Samstag, 30. September 2017

Я майка


Das ist Russich und hört sich so an: Ja maika! Also wie der Inselstaat in der Karibik. Oder wie die Parteien-Koalition, die sich da in Berlin gerade anbahnt. Zufälligerweise bedeutet "Ja maika" für russische Ohren "Ich bin ein Unterhemd"! Von unserem neuen Parlament in Berlin, und auch von der neuen Regierung, die sich hoffentlich bald bildet, erhoffe ich mir mehr als nur eine Maika für unser Land. Es wird ja schließlich auch nicht wärmer in diesen Tagen...

Neulich hat Emilia mir einfach so zum Spaß die grauen Haare blau gefärbt (siehe Foto). Das war im Sommer, da saß ich gerade in einer Maika auf dem Balkon, da war der Bundestag noch nicht so blau... Hoffentlich ist so viel AfD für Deutschland keine Überdosis...

Dienstag, 21. Februar 2017

Muttersprachen

Wenn "Liebe" zu den Muttersprachen dieser Welt gehört, dann will ich sie pflegen und so gut ich kann meinen Beitrag dazu leisten, dass sie vor dem Aussterben bewahrt bleibt :)

Heute feiert die UNESCO mal wieder den Internationalen Tag der Muttersprache. Das finde ich gut. Egal, wo und mit welcher Landessprache wir leben: Parallel dazu die eigene Muttersprache zu nutzen ist schön und wichtig! Hier in Deutschland spüre ich zunehmend Respekt vor den mitgebrachten Sprachen - vor allem auch bei den vielen Flüchtlingen, die in den vergangenen Jahren zu uns gestoßen sind. Heute Morgen standen in meinem Alpha-Sprachkurs die Wörter "Söhne" und "Töchter" an der Tafel. Hier fiel die Übersetzung in die eigenen Sprachen der Anwesenden (Persisch, Kurdisch, Arabisch) nicht schwer. Manchmal ist die die Hürde jedoch höher, wie z.B. bei den Wörtern "Vergebung" oder "Wiederheirat"... Allein das Wort "Muttersprache" sorgt ja schon für ein ziemlich abwechslungsreiches Verständnis.

Als vor ca. 20 Jahren meine Söhne geboren wurden, kam ich irgendwie gar nicht auf die Idee, mit ihnen in meiner Muttersprache Plautdietsch zu reden. Wäre es vielleicht doch eine gute Idee gewesen? Sollte ich es bei der nächsten Chance versuchen? Welche Sprache auch immer es sein wird - hoffentlich nie ohne die ganz oben genannte!

P.S. Ich habe wieder geheiratet! Meine Frau heißt Julia Amann und ihre 10-jährige Tochter Emilia zählt jetzt auch zu meinen Söhnen und Töchtern :) Unsere Muttersprachen? Immer ähnlicher... Das Foto oben zeigt übrigens eine Tulpe, die neulich bei uns auf dem Küchentisch stand und von mir ein paar Tropfen Honig bekommen hat...

Montag, 10. Oktober 2016

Highraten


Schon vier Neffen von mir haben in diesem Jahr ihre Freundinnen (oder umgekehrt) vor den Traualtar geschleppt: Erst Andreas die Ellen in Adelaide, dann Feri die Janine in Wienhausen, dann Giora die Lenja in Gütersloh und jetzt David seine Janine - im Hochzeitsschloss Beesenstedt! Immer wieder schön und spannend, wenn ich nach längeren Pausen meine Geschwister und ihre Kinder (und inzwischen auch schon deren Kinder) treffe und sie mal wieder (oder zum ersten Mal) herzlich umarmen kann - und dabei unmissverständlich merke, dass wir alle zusammen älter werden :) Unter den vielen Cousinen und Cousins von David, die letztes Wochenende im Schloss feierten, waren z.B. auch Melissa aus Kalifornien, die jetzt für eine Weile in Deutschland bleibt, oder Andreas und Ellen aus Australien, die für ein paar Tage nach Polen wollen, oder Jay Habib, der ShopCo erfunden hat... Diesmal war ich mit meinem Sohn Jan unterwegs, siehe Ritas Schnappschuss (oben links). Irgendwie freu ich mich, wenn wir uns trauen und heiraten. Ich glaube, die meisten von uns wollen lieben und geliebt werden, für immer und ewig! Auch wenn wir wissen, dass nicht immer alles klappt. Auch wenn wir gerne Sicherheiten hätten, statt Raten auf hohem Niveau...

Sonntag, 4. September 2016

Breeda en Sestre

Edwin Warkentin, ein Freund in Berlin, schickte mir gestern einen Link zu einem Spiegelbericht, der mich bestimmt interessieren würde. Hat er auch!

Mika Sperlings Fotoprojekt "Breeda en Sestre" lässt mich mit all den beeindruckenden Bildern von Russland-Mennoniten irgendwo in Sibirien staunen: über das soooo Vertraute, da ich ja selbst aus dieser Welt komme. Und gleichzeitig auch darüber, wie hartnäckig und wie dauerhaft religiöse oder ethnische Gruppen an blöden und sinnlosen Regeln festhalten können! "Fromm, fleißig und aus der Zeit gefallen" schreibt der Spiegel. Das ist wohl kaum ein Kompliment.

Als ich dann später auf der Jahrestagung der Plautdietsch-Freunde in Detmold war und all die Doku-Bilder aus Argentinien ("Ohne diese Welt") von Nora Fingscheidt sah, oder am Abend die Deutschland-Premiere von Salamanca - da war ich mir sicher: Es ist zwar tatsächlich meine Familie, ja. Weltweit vertreut, aber meine. Aber es ist Gott sei Dank auch eine Familie, in der es viele "Breeda en Sestre" gibt, die weniger finstere Vorstellungen von Gott und von unserem Leben hier auf der Erde haben.

Welche Welt ist eigentlich die bessere? Welche Religion? Wahrscheinlich muss jeder Mensch für sich entscheiden, ob er sich fügt in einer Welt, in die er hineingewachsen ist, oder irgendwann ausbricht. Die Eindrücke von gestern zeigen mir, dass anscheinend beides Sinn macht. Beides bietet Raum für viele schöne Bilder :)

Dienstag, 23. August 2016

Happy Birthday, NRW!


Als meine Eltern und Geschwister mit mir nach Deutschland kamen, war ich 7 und meine neue Heimat Nordrhein-Westfalen mit knapp 30 Jahren auch noch fast jugendlich! Und während dieses Bundesland mit den drei Buchstaben immer älter wird, scheinen seine Menschen immer jünger zu werden - allein schon wegen der vielen Flüchtlinge, die im Durchschnitt ja nicht gerade alt sind und so gut wie alle gerade zur Schule oder Sprachschule gehen.

Mir soll's recht sein!

Vor ein paar Monaten war ich mal wieder "Auf der Tüte" - so hieß unsere Straße in Unna-Massen. Mit der Moderatorin Anja Backhaus lief ich für eine WDR-Doku an meinem alten Zuhause vorbei:

[siehe Info bei facebook]

[siehe YouTube-Ausschnitt aus der Doku]

Mittwoch, 23. März 2016

Kondanani


Alles hat seine Zeit. So banal dieser Satz ist, so genial und wahr ist er anscheinend auch. Vor ein paar Jahren hatte ich mir das Buch "Wir lassen sie verhungern" (Jean Ziegler) gekauft und es lag bis heute ungelesen bei mir rum. Während ich jetzt darin las, wurde ich von einer Whatsapp-Nachricht aus meiner weltweit verstreuten Geschwistergruppe abgelenkt: Ein Foto aus Malawi... Hä? Es zeigt das "Heinrich House", eines der Gebäude, die das Kondanani Children's Village ausmachen, wo vor einigen Jahren auch Madonna ihre Tochter Mercy James adoptiert hat. Ich legte Zieglers Buch zur Seite und blieb aber irgendwie in Afrika: Ich dachte nach über meinen Bruder Heinrich, über meine Schwester Anni, die damals in Malawi lebte und in Kontakt mit Annie Chikhwaza stand, und ich dachte an Heinrichs Worte kurz vor seinem Tod: Sein Geld sollte an notleidende Kinder in Afrika gehen... Es ist mir ein bisschen peinlich, dass ich heute zum ersten Mal "Kondanani" gegoogelt habe - aber besser spät als nie! Ich las über die Arbeit, die dort gemacht wird und über die Hingabe, die Liebe und das Verantwortungsbewusstsein dieser Gründerin und Leiterin Annie Chikhwaza... Heinrich ist schon lange tot und Anni schon lange wieder in Deutschland - aber ihr Einsatz für die Waisenkinder in Malawi scheint Früchte zu tragen. Und bewegt mich heute! Ich will auf diese Einrichtung aufmerksam machen. Irgendwie meinen Beitrag leisten. Vielleicht auch damit, dass ich Jean Zieglers Buch über den Hunger in unserer zwar schönen aber so wahnsinnig kaputten Welt weiterlese - und nicht beim Lesen bleibe.

Das Foto, so mein Bruder Jascha, sei von Katharina Kröker, einer Freundin der Familie, die im Moment in Malawi lebt und arbeitet.