Dienstag, 23. August 2016

Happy Birthday, NRW!


Als meine Eltern und Geschwister mit mir nach Deutschland kamen, war ich 7 und meine neue Heimat Nordrhein-Westfalen mit knapp 30 Jahren auch noch fast jugendlich! Und während dieses Bundesland mit den drei Buchstaben immer älter wird, scheinen seine Menschen immer jünger zu werden - allein schon wegen der vielen Flüchtlinge, die im Durchschnitt ja nicht gerade alt sind und so gut wie alle gerade zur Schule oder Sprachschule gehen.

Mir soll's recht sein!

Vor ein paar Monaten war ich mal wieder "Auf der Tüte" - so hieß unsere Straße in Unna-Massen. Mit der Moderatorin Anja Backhaus lief ich für eine WDR-Doku an meinem alten Zuhause vorbei:

[siehe Info bei facebook]

[siehe YouTube-Ausschnitt aus der Doku]

Mittwoch, 23. März 2016

Kondanani


Alles hat seine Zeit. So banal dieser Satz ist, so genial und wahr ist er anscheinend auch. Vor ein paar Jahren hatte ich mir das Buch "Wir lassen sie verhungern" (Jean Ziegler) gekauft und es lag bis heute ungelesen bei mir rum. Während ich jetzt darin las, wurde ich von einer Whatsapp-Nachricht aus meiner weltweit verstreuten Geschwistergruppe abgelenkt: Ein Foto aus Malawi... Hä? Es zeigt das "Heinrich House", eines der Gebäude, die das Kondanani Children's Village ausmachen, wo vor einigen Jahren auch Madonna ihre Tochter Mercy James adoptiert hat. Ich legte Zieglers Buch zur Seite und blieb aber irgendwie in Afrika: Ich dachte nach über meinen Bruder Heinrich, über meine Schwester Anni, die damals in Malawi lebte und in Kontakt mit Annie Chikhwaza stand, und ich dachte an Heinrichs Worte kurz vor seinem Tod: Sein Geld sollte an notleidende Kinder in Afrika gehen... Es ist mir ein bisschen peinlich, dass ich heute zum ersten Mal "Kondanani" gegoogelt habe - aber besser spät als nie! Ich las über die Arbeit, die dort gemacht wird und über die Hingabe, die Liebe und das Verantwortungsbewusstsein dieser Gründerin und Leiterin Annie Chikhwaza... Heinrich ist schon lange tot und Anni schon lange wieder in Deutschland - aber ihr Einsatz für die Waisenkinder in Malawi scheint Früchte zu tragen. Und bewegt mich heute! Ich will auf diese Einrichtung aufmerksam machen. Irgendwie meinen Beitrag leisten. Vielleicht auch damit, dass ich Jean Zieglers Buch über den Hunger in unserer zwar schönen aber so wahnsinnig kaputten Welt weiterlese - und nicht beim Lesen bleibe.

Das Foto, so mein Bruder Jascha, sei von Katharina Kröker, einer Freundin der Familie, die im Moment in Malawi lebt und arbeitet.

Sonntag, 18. Oktober 2015

Navid Kermani und Pater Paolo


Heute Mittag hat mich Navid Kermani zum Gebet aufgefordert. Ich folgte seiner Aufforderung, stand auf und betete. Für ein Ende des Krieges in Syrien. Dass Gott Frieden schenken möge... Heute wurde in der Frankfurter Paulskirche die Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels an den deutsch-iranischen Schriftsteller, Publizisten und Orientalisten gefeiert. In seiner Festrede sprach Kermani nicht nur über Literatur, Religion oder den Islamischen Staat. Da war auch die Rede von Hoffnung. Und von Pater Paolo, dessen Denken und Handeln vor allem von Liebe geprägt war. Irgendwie hat mich Navid Kermanis Rede heute tief berührt und ich war bestimmt nicht der einzige, der in seiner Wohnung vor dem Fernseher spontan aufstand und betete oder sonst irgendwie in seinem Herzen einen ehrlichen Wunsch aussprach - gemeinsam mit allen anderen in der Paulskirche. Das war schon irgendwie ein sehr merkwürdiges Bild, ein sehr merkwürdiger Augenblick...

Samstag, 3. Oktober 2015

Wurom befrieje?


Wurom befrieje, froag etj ahm
En hee blifft fief Minute stell
Tjitjt no mie, etj no ahm
Sajcht escht nuscht, dan bloos stell:

Na horch e'mol, waut frajchst du doa
Dee Auntwot es doch zimlich kloa
Daut ziemt sich soo, daut doo wie soo
Wea daut nich deit, tjricht graue Hoa

Wurom "befrieje" wull etj weete
Tjast es Tjast, daut kaun soo heete
Wan dee Brutlied sich vebinje
Tjen wie dan noch Frieheit finje?

Wurom "befrieje" froag etj ahm
En hee blifft wada zimlich stell
Tjitjt no mie, etj no ahm
Spelt een bet mett siene Brell

Wurom "befrieje", nich "vebinje"
Von waut es een Befrieda frie?
Selwst Deena en selwst Tjnajchte
Habe schienboa meea Rajchte

Hee horcht mie too en lat mie rede
Aus wan dee Auntwot enne Loft licht
Aus wan aul aundre mie daut sede
Aus wan mien ejnet Hoat daut ennwoat:

Frieheit ohne Frint es Fient
Bloos wea deent
Opp emma sich vebinjt
Dee es befriet
Speat Leew en sinjt

* * *

Meine Nichte Janette Voth und Eduard Neufeld heiraten heute in Siegburg. Janette hat sich ein plautdietsches Gedicht von mir gewünscht - und hiermit bekommen ;)

Freitag, 25. September 2015

40 Jahre, ein Baby und viele Flüchtlinge


Heute vor genau 40 Jahren hatten meine Eltern mit ihren acht Kindern ihren ersten Tag in Deutschland! Irgendwo in Friedland stand ich begeistert vor einem Kaugummi-Automaten und genoss die neuen Farben und Geschmacksrichtungen! Ich kann mich an kaum etwas anderes erinnern, auch wenn ich damals schon sieben war. Zwei Jahre Russland und fünf Jahre Estland hatte ich schon in meinem Rucksack.

In den kommenden Monaten musste ich dann erst einmal etwas Deutsch und ein wenig Russisch lernen - Plautdietsch reichte irgendwie nicht mehr. Wir verbrachten ungefähr ein halbes Jahr im heutigen Flüchtlingslager in Unna-Massen bei Dortmund. Danach zogen wir nach Siegburg, wo ich bis zum Abi blieb.

Während meines Sprachkurses heute Vormittag schaute ich ständig auf mein Handy, weil immer wieder neue Nachrichten kamen - auch von Rudi aus den USA und Hans aus Australien. In unserer Familien-Whatsapp-Gruppe wurden Erinnerungen ausgetauscht. Außer Maria (Mieche) sind alle ein paar Jahre älter als ich, klar also, dass alle sich besser erinnern. Zur Feier des Tages wurde dann auch noch ein Kind geboren: Meine Nichte Jessica und ihr Kyle haben ab heute eine kleine süße Lucie in ihrer Familie - Glückwunsch!

Irgendwie sind wir ständig auf der Suche nach etwas mehr Sicherheit, etwas mehr Freiheit und natürlich auch etwas mehr Wohlstand. Wofür brauchen wir das eigentlich?

Donnerstag, 2. Juli 2015

Jan geht


...wahrscheinlich bald studieren. Denn sein Abi hat er inzwischen in der Tasche! In den letzten Monaten und Wochen hat mein kleiner großer Luhmann intensiv gepaukt, ein paar Prüfungen bestanden und natürlich auch viel gefeiert! Ich freue mich sehr sehr sehr für ihn und wünsche ihm und seinen Freunden möglichst wenig Stolpersteine in der Zukunft!


Sonntag, 5. April 2015

Vertrauen


In ungefähr einer Stunde geht die Sonne auf. Ich gehe einfach mal davon aus. Natürlich habe ich es nicht in meiner Hand und es wäre uvorstellstellbar schrecklich, wenn das nicht passieren würde. Ich gehe einfach und ruhig davon aus, dass es passiert.

Schöpfer und Schöpferin des Lebens, ich bin euer Kind und ich glaube an unsere Dreieinigkeit!

Frohe Ostern!